Albtraum Automatisierung. Was auf den ersten Blick alles zu erleichtern scheint, könnte allerdings in Wahrheit für viele Arbeitsplätze das Aus bedeuten. Wir informieren im heutigen Blog darüber, welche Jobs am meisten betroffen sind und wie Sie sich selbst und ihr Unternehmen positionieren sollten, um sich die technische Revolution zu Nutze zu machen.  

Digitalisierung: Erleichterung von Prozessen oder Stellenabbau?

Laut einer Studie des Online Magazins Wirtschaftswoche, können bereits jetzt mehr als 70% der sogenannten Fertigungsberufe von Computern übernommen werden.* Wie der Name bereits verrät, handelt es sich bei Fertigungsberufen um Tätigkeiten, die die Herstellung von Gütern beinhalten. Das Substituierbarkeitspotenzial ist hier deswegen so hoch, weil viele Schritte in der Herstellungskette automatisiert werden können und dadurch sogar noch optimiert werden, da sie menschliche Fehlerquellen und Ungenauigkeiten ausschließen. Konkret sind das handwerkliche Berufe, Industrieberufe und verschiedene Arten der Mechaniker. Dennoch sollte die Digitalisierung nicht per se als schlecht angesehen werden. Zwar ist sie von Unternehmern oftmals angstbesetzt und wird mit Automatisierung und Entmenschlichung gleichgesetzt, kann aber trotzdem bei aktiver und positiver Gestaltung einen klaren Mehrwert bieten, indem Unternehmen einen Weg finden, ihre Produkte und Dienstleistungen im digitalen Zeitalter neu auszurichten. Denn nicht jeder Aspekt einer Tätigkeit lässt sich automatisieren und durch Maschinen ersetzen. Erkenntnisse aus der Motivationspsychologie und Hirnforschung belegen sogar, dass Menschen erst ihr gesamtes Potenzial entfalten und motiviert sind, wenn sie intellektuelle Herausforderungen haben und selbstgesteuert handeln können. Viele der digitalisierten Tätigkeiten entsprechen diesen Kriterien nämlich nicht.      

Digital dran bleiben – so positionieren Sie sich richtig in der digitalen Transformation

Wie also mache ich mir als Unternehmen die digitale Transformation zu Nutze? Wichtig zu wissen ist, dass es nicht die eine Digitalisierung gibt, sondern dass jedes Unternehmen eine eigene zur Branche passende digitale Transformation beginnen muss. Um das zu schaffen, braucht man Strukturen und Arbeitsweisen, die kreatives, innovatives und freies Denken nicht nur zulassen, sondern aktiv fördern. Die digitale Transformation beginnt in Firmen also stets mit einer Flexibilisierung der Arbeitsmodelle und Strukturen, um einen dadurch lebendigen Wissenstransfer zu generieren. So werden durch eine Automatisierung von gewissen Arbeitsabläufen Freiräume geschaffen, die zum Beispiel für verbesserten Kundenservice und kreative Tätigkeiten genutzt werden können. Zudem werden aber auch völlig neue Jobs geschaffen. Wer hätte vor 10 Jahren beispielsweise gedacht, dass es mal Berufsbilder wie Social Media Manager oder SEO Spezialist gibt? Dennoch ist es nicht möglich, diese neuen Jobs einfach mit den wegfallenden Berufen aufzuwiegen – vor allem weil sich die Tätigkeiten immer schneller wandeln. Hier ist es die Aufgabe der Unternehmen durch z. B. Schulungen und Seminare die Mitarbeiter beschäftigungsfähig zu halten, auch wenn einzelne Aspekte der Tätigkeit automatisiert werden. Genau das liegt nämlich im Interesse des Unternehmens, da es nicht aufwändig neue Kräfte aus dem externen Arbeitsmarkt rekrutieren muss.

Der Kern des Umgangs mit der Digitalisierung besteht also darin, diese differenziert zu betrachten. Gelingt es einem Unternehmen, sich diese zunutze zu machen, bedeutet sie eben nicht gleich Stellenabbau und Entmenschlichung, sondern eröffnet Chancen, die ein Unternehmen bereit für die Zukunft macht.  

*https://www.wiwo.de/erfolg/beruf/studie-digitalisierung-und-arbeitsplaetze-welche-jobs-betroffen-sind/12724850-2.html